Dem Taiji gehört mein Interesse, meine Faszination und meine Leidenschaft. Ich arbeite und experimentiere nicht nur seit vielen Jahren intensiv mit dieser Kunst, ich lebe sie auch. Als Praktiker geniesse ich seit mehreren Jahren regelmässigen Taiji Unterricht bei Tony Ward und Selbstverteidigung bei Salvatore Oliva. In meinem Unterricht gebe ich nach bestem Wissen und Gewissen die Anwendungen des Taiji Yang Styls und des Fujian White Crane nach Ward sowie der Selbstverteidigung nach Oliva weiter. Bei der Umsetzung der Taiji-Formen und -Prinzipien und bei der Anwendung einer effizienten Selbstverteidigung setze ich mein erworbenes Wissen und meine Fähigkeiten gezielt ein. Die drei in der Kampfkunst bedeutenden Elemente Meditation, Quigong und Selbstverteidigung werden von mir sowohl im eigenen Training als auch im Unterricht mit gleich hoher Wichtigkeit ausgeübt. Dank der Motivation meiner Lehrer Ward, Oliva und Hagen kann ich meinen eigenen inneren Lehrer wirken lassen. Neues ist entstanden und Neues entsteht. Mein Training und mein Unterricht sind geprägt von meinem Selbst. Dadurch gestalten sie sich - ohne die Grundlagen des Taiji zu verlassen - frei und individuell.
Lehrer aus Berufung unterrichten nicht. Sie werden von ihrem eigenen inneren Lehrer geführt. Indem sie diese Führung zulassen, sind sie selber ständig Schüler ihrer Kunst und ihres Lebens. Durch Nichts-tun geschieht alles. Somit kann die Kunst ihr volles Potenzial entfalten. Lehrer aus Überzeugung leben die Kunst und geben sich ihr ganz und gar hin. Sie haben den Mut, den wilden Fluss ihres Lebens zuzulassen und vertrauen ihm mit Hingabe, wo immer er sie auch hinführt. Sie sind authentisch, sie sind. Solche Lehrer unterrichten nicht eine Sache, sondern sie ermuntern ihre Schüler, durch ihr wahres Sein ihre eigene Kraft zuzulassen.
Salvatore Oliva, Tony Ward und Christof Hagen sind Lehrer aus Berufung.
Es gibt keine Gurus, jeder ist sein eigener Guru.
Huang Sheng-Shyan (auch: Huang Xiangxian) war ein Schüler von Zheng Manqing und selbst ein berühmter Tai Chi-Meister. Zu den Schülern von Huang Sheng-Shyan zählen so bedeutende Tai Chi-Lehrer wie Tony Ward oder die bekannten Wee Kee-Jin und Patrick Kelly. Huang Sheng-Shyan war bereits ein Meister in Fujian White Crane, als er 1949 Zheng Manqing in Taiwan begegnete. Huang Sheng-Shyan wurde ein Meisterschüler von Zheng Manqing und unterrichtete später in Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland und auch in anderen Gegenden von Südostasien.
Professor Cheng Man Ching (auch: Zheng Manqing) war ein berühmter Tai Chi Chuan-Meister und ein Meister der traditionellen chinesischen Medizin, der Kalligraphie, Malerei und der Dichtkunst "Meister der fünf Vortrefflichkeiten". Cheng Man Ching war ein persönlicher Schüler von Yang Chengfu und wohnte in den letzten zehn Jahren seines Lebens in New York, von wo aus sich seine kurze Yang-Form im Westen weit verbreitete. 1964 gründete er eine Schule in New York und später eine in Amsterdam. Die Cheng Man Ching-Form wurde aus der traditionellen Yang-Form entwickelt, die er kürzte und deren Bewegungen er verkleinerte.
Yang Cheng Fu (1883-1935; auch: Yang Chengfu, Yang Ceng Fu, Yang Zhaoping) war der Enkel von Yang Luchan, dem Vater des Yang-Stils und der Lehrer von Cheng Man Ching. Yang Cheng Fu war der dritte Sohn von Yang Jian Hou. Er passte die Tai Chi-Form der neuen Zeit an. Er reduzierte die 108 Figuren der Langform auf 85, liess schwierige Bewegungen wie Sprünge weg und führte die Form langsamer aus. Für die meisten seiner Schüler stellte er den gesundheitsfördernden Aspekt des Taiji vor die Kampfkunst. Diese Änderungen und die spätere Schaffung der Pekingform, die auf dem Tai Chi Yang-Stil beruht, machen diesen Stil zum am meisten praktizierten in der Welt.
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